Dienstag, 20. Oktober 2009

Heute in der Straßenbahn gehört:

"Als die Kinder im Gymnasium waren, wollte ich als Sekretärin in einer Klosterschule anfangen, damit ich in den Ferien bei den Kindern sein kann. Aber mein Mann hat mir das verboten. Das Mittagessen hat halt um 12h00 am Tisch stehen müssen. Da war er ein Egoist. Ein einziges Mal, da hat er mir gestanden, dass er eigentlich Angst gehabt hat, ich würde ihn verlassen, wenn ich mein eigenes Geld verdienen würde. Als Scheidungsrichter hat er das so oft gesehen. Heute gibt er das nicht mehr zu."

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Manchmal mag ich diese Welt nicht leiden... vor allem nicht die Menschen darin.

Manager verpulvern Millionen und Abermillionen und bekommen eine fette Ablöse. So manches hohes Tier fährt einen Firmenwagen auch privat, gelegentlich auch zu Schrott. Nichts passiert. Man hat auch schon von bezahlten Sex-Urlauben etc. gehört. Wird alles geduldet (zumindest solange die Öffentlichkeit nichts davon erfährt). Aber eine Sekretärin, die 34 Jahre lang für das selbe Unternehmen gearbeitet hat und sich bei der VOrbereitung eines Buffets ein Brötchen und ein Fleischlaiberl genommen hat, die wird dafür gekündigt. Das ist dann nämlich Diebstahl!

Montag, 5. Oktober 2009

1 Woche

2 Städte, 2 Hotels, 2 Kongresse, 2 gehaltene und 35 gehörte Vorträge, 2 Flugzeuge, 8 Züge, 6 mini pains au chocolat, 9,5 Streuselkuchen, 10 Augmentin, 567 Wissenschafter, ein paar neue Freunde, 1000 neue Ideen, viel zu wenig Schlaf.

Dienstag, 22. September 2009

Was sich liebt, das zankt sich...

Wenn das Wetter so alt-weiber-sommerlich ist wie heute, dann verlege ich gerne mal mein Büro für ein, zwei Stunden in den Park. DOrt sitze ich dann auf einer Bank in Mitten von unischer schwankend bis wild Rad fahrenden Kindern, entnervt hinterlaufenden Eltern, in der Wiese Bier trinkenden Studenten. Links und rechts von mir hockt die nächste Generation Friedhofbewohner. Zumeist in Pärchenformation. Mir gegenüber nahm heute ein solches Gespann Platz und hat sich eine halbe Stunde lang nur gezankt. Sie hat stur vor sich hin geschimpft, er die Augen gerollt, sarkastische Kommentare eingeworfen, wenn sie mal Atem geholt hat... Ma, habe ich mir gedacht, es lebe mein lustiges Single-Dasein.
Dann sind sie endlich aufgestanden. Während sie sich noch mühsam von der Bank gehievt hat, hat er sich ihre Handtasche geschnappt, sie keck geschultert und dann nach ihrer Hand gegriffen (als sie endlich wieder in der Senkrechten war) und sie sind munter (immer noch zankend, soweit ich das beurteilen kann) abmarschiert. Ma, habe ich mir gedacht, wie süß. Ich mag auch.

Freitag, 11. September 2009

universitäre Fortbildung für Fortgeschrittene

Angebote der Personalentwicklung der Universität ADW:

Smalltalk/Conversation in the University Context B1-C2
Vom Umgang mit Druck und aufgeregten Leuten (Aufbaukurs)

Kein Schmäh. Gar nicht lustig. Wirklich bitter notwendig. Was noch fehlt: Vom Umgang mit hochgradig narzistischen, cholerischen, unischeren, geltungsbedürftigen, sadistischen, etc. Vorgesetzten. Aber das rührt zu sehr an einem Tabu und die Nachfrage würde vermutlich die Kapazitäten der Abteilung sprengen und die Universität in den Konkurs treiben...

Mittwoch, 9. September 2009

too much information oder die moderne stille Post

Heute hinter mir in der Straßenbahn mitgehört:
"Ich habe grad mit XY telefoniert. Sie war ganz aufgelöst und fertig: Er hat seinen Beziehungsstatus auf facebook geändert".

Das weitere Gespräch ergabe: der Ex der Bekannte des Telefonierers, der die Nachricht dann ofenfrisch an mindestens 7 andere Freunde weitergab, hat offensichtlich eine Neue, niemand weiß wer, alle finden, es sei doch ein wenig früh, man werde ihm auf den Zahn fühlen und sich dann gegenseitig informieren... Netzwerke!

Montag, 31. August 2009

Furz im Kies

Nichts ahnend wurde ich heute unsanft aus meinen Assoziationen und Erinnerungen zum Thema "mein lästiger Perfektionismus" gerissen: schwefeliger Geruch machte sich in der Praxis breit. Ich fiel fast von der Couch: entweder meine Therapeutin oder ihr Hund hatte schwer mit Verdauungsdingen zu kämpfen. Nichts ging mehr, bei einer dergleichen olfaktorischen Ablenkung kann sich kein Mensch auf sein Innenleben konzentrieren. Bloß bin ich zu hemmungsbeladen, um genau das zu sagen (vielleicht sollte ich mir lieber darüber Gedanken machen), habe also herumgedruckst und versucht mein nicht-bei-der-Sache-sein anders zu erklären: mich freut's heut nicht, bin müde, mag ned blaaaaaaaaa.
Sofort wurde bedeutungsschwangerer Widerstand vermutet. Ach, Ihr Psychoheinis. Manchmal ist es keine Neurose, die uns drückt, sondern einfach nur ein Furz im Kies...

Dienstag, 25. August 2009

Friede, Freude, Eierkuchen?

Lange habe ich geglaubt, erst dann gewisse Erfahrungen in meinem Leben wirklich verarbeitet zu haben, wenn ich mit den Menschen, die auf mir herumgetrampelt sind, endlich ein harmonisches Verhältnis haben könnte und sich meine Abneigung ihnen gegenüber in Luft auflösen würden. Weit gefehlt, davon bin ich heute überzeugt. Man ist erst in dem Moment darüber hinweg und geheilt, wenn man damit aufhört, sich dafür zu schämen, dass man nicht wertvoll genug ist, um von eben den Menschen, die einen ständig verletzen und oft auch noch Verständnis dafür einfordern, ausreichend geliebt und rücksichts- und liebevoll behandelt zu werden.
Nicht dich stellt Ihr Verhalten in Frage, sondern sie.
Nicht dein Wert wird dadurch kleiner, sondern ihrer.
Es ist in meinen Augen völlig in Ordnung, ja sogar gesund und normal, diese Menschen dafür nicht zu mögen. Aber durch die Erkenntnis, dass das nichts mit dir zu tun hat, wird ihr Verhalten auf einmal viel unwichtiger, sie rücken an die Peripherie, von wo sie oft noch versuchen ihre alte Macht über dich noch weiter auszuüben und nicht verstehen, was sich plötzlich verändert hat, bei ihnen ist ja noch alles beim Alten. Was auch immer sie dort tun, es soll mir recht sein. Meinen Seelenfrieden stören sie damit nicht länger.

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